Foto: HES |
Auszug aus dem Bericht über den deutsch-palästinensischen Austausch zwischen der HES und Talitha Kumi Juni 2022:
Die Schulpartnerschaft zwischen der Hans-Ehrenberg-Schule Bielefeld-Sennestadt und der Schule Talitha Kumi in Beit Jala bei Bethlehem ist fester Bestandteil des Schulprogramms der HES.
Schwerpunkt des Begegnungsprogramms 2022 war das gemeinsame Unterrichtsprojekt:
Die deutschen und palästinensischen Schüler:innen nahmen an einem Workshop zum Thema "Stereotype und Rassismus in der interkulturellen Begegnung" teil. Eine externe Referentin vermittelte an einem Schultag den deutschen bzw. palästinensischen Schüler:innen wichtige Aspekte des Themas. Es ging um die kritische Reflexion von Stereotypen und klischeehaften Erwartungen zunächst ganz allgemein und später im speziellen Kontext eines Schüleraustausches.
Foto: HES |
Für unsere deutschen Gastfamilien war der Palästinaabend ein besonderes Ereignis. Hier stellten die palästinensischen Austauschschüler*innen ihre Heimat durch Vorträge über die politische Situation und das palästinische Alltagsleben dar. So hatte eine palästinensische Schülerin in Bethlehem ein Video aufgenommen, in dem sie - vor der Mauer stehend - die Bedeutung dieser Mauer für die palästinensische Bevölkerung veranschaulichte. Musik und Tanzvorführungen rundeten den Abend ab.
Foto: HES |
Ein gemeinsamer Tagesausflug nach Köln mit einer Rheinfahrt und einer Domführung zeigten den Gastschüler:innen Besonderheiten deutscher Kultur und Natur.
Die Gastschüler:innen nahmen an einem "normalen" Schultag an der Hans Ehrenberg Schule teil, um einen Einblick in die alltägliche Lebenswelt unserer Schüler zu erhalten. Sie fuhren jeden Tag mit ihren gastgebenden Schülern zur Schule und erlebten gemeinsame Pausen. Alle 13 palästinensischen Schülerinnen und Schüler waren in unterschiedlichen Familien unserer Schüler:innen untergebracht. An den Wochenenden unternahmen die Familien vielfältige Aktivitäten mit den Austauschschülern. (…) Viele der Gäste waren im Rahmen dieses Austausches zum ersten Mal außerhalb der palästinensischen Gebiete. Für unsere deutschen Gäste war es beeindruckend, manchmal auch befremdlich, die andere Kultur kennenzulernen. Alle freuen sich schon jetzt auf den Gegenbesuch.
Aus Feedbacks einiger Schüler:innen der Schule Talitha Kumi
• Der Besuch in Deutschland war ein wichtiges Abenteuer, das einen großen Einfluss darauf hatte, wie ich die Welt sehe. Ich verbrachte zwei Wochen bei einem Fremden, den ich noch nie zuvor getroffen hatte.
Zu meiner eigenen Überraschung wurde mir klar, dass wir uns zwar unterschiedlich verhalten. Aber tief im Inneren sind wir alle gleich, teilen Geschichten übereinander und Dinge, die wir tun, Dinge, die wir mögen und nicht mögen. Innerhalb von zwei Wochen habe ich einen neuen Freund gefunden, der meiner Meinung nach ein Freund für die kommenden Jahre sein könnte.
Das Land Deutschland ist bekannt für seine Sauberkeit und schöne Landschaft. Was mich während meines Besuchs am meisten angezogen hat, war die Universität Bielefeld und die Vielfalt der Bildungsbereiche. Dort hat mich besonders das Thema Gender Studies interessiert.
Mit meinen Freunden nach Deutschland zu reisen wird für immer eine der unglaublichsten Erfahrungen sein, die ich je erlebt habe.
• Diese Reise nach Deutschland hatte mich zu der Erkenntnis kommen lassen, dass man Menschen nicht lange kennen muss, um eine gute Zeit mit ihnen zu haben.
• Die Bielefeld-Reise war eine gute Erfahrung für mich, da ich noch nie gereist bin.
Es gibt einen klaren Unterschied zwischen Palästina und Deutschland. Wir lebten für zwei Wochen in einer anderen Kultur, das ist ein gutes Ding: Verschiedene Kleidungen, Essen, Architektur, Lebensstile. Wir haben viel Spaß gehabt mit unseren Partnern. (…) Die Wanderung war anstrengend, aber die Landschaft war es wert, es war sehr schön, sehr grün. Insgesamt gab uns einen Einblick darüber, wie Deutschland ist.